Mephisto dreht durch: Wenn das Böse die Kamera übernimmt
Auf einem Filmset in der Nähe von Potsdam beginnt ein Morgen wie viele zuvor — und endet mit einem Leichenfund, der alles verändert. Wanda Preis, Regieassistentin in ihrem dritten Nachtdreh, findet den renommierten Kameramann Felix Ohr leblos im Hexenwald-Setting der laufenden Faust-Produktion. Die Szene ist kein Zufall: Der Tote liegt exakt wie in Szene 22 des Regiebuchs — Walpurgisnacht, Faust stürzt nieder. Jemand hat einen Mord inszeniert. Benedikt Fallersleben führt den Leser tief in das hermetische Universum eines Filmsets, in dem Hierarchien, Schweigen und Abhängigkeiten das Klima bestimmen. Die enge Atmosphäre der Produktion — Schichtpläne, Call-Sheets, Nachtdreh-Müdigkeit — wird zur perfekten Bühne für ein Verbrechen, das zwischen Kunst und Wirklichkeit spielt. Denn der Täter kennt das Regiebuch ebenso gut wie die Ermittler. Hauptkommissar Lorenz Moll ist kein gewöhnlicher Polizist. Er zitiert Goethe aus dem Stegreif, kennt den Unterschied zwischen Set- und Drehprotokoll und stellt Fragen, die zu präzise sind, um die eines Außenstehenden zu sein. Seine stille Hartnäckigkeit bildet den Kontrapunkt zu Wandas innerer Zerrissenheit — denn sie weiß mehr, als sie sagt, und eine gelöschte Nachricht brennt ihr in der Jackentasche. "Mephisto dreht durch" ist ein atmosphärisch dichter Kriminalroman, der mit klassischer Literatur, Filmbranchenwissen und psychologischer Raffinesse spielt. Wer kennt das Regiebuch? Wer hatte Zugang zum Außengelände? Und was wusste Felix Ohr, das ihn das Leben kostete? Eine Lektüre für alle, die Spannung lieben, wenn sie im Nebel liegt.
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