Das letzte Wort: Sechs Geschichten aus der Stadt ohne Sprache

Das letzte Wort: Sechs Geschichten aus der Stadt ohne Sprache

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In einer Stadt, in der Worte verboten werden, bevor man sie aussprechen kann, kämpfen sechs Menschen um das Recht, sich überhaupt noch verständlich zu machen. Sébastien Callecs Debütband versammelt sechs eigenständige Kurzgeschichten, die in einer namenlosen Stadt spielen – einer Stadt, in der Sprache zunehmend zur Mangelware wird. Bürger, Beamte, Bittsteller: Sie alle stoßen auf ein System, das nicht durch Gewalt oder offene Unterdrückung funktioniert, sondern durch stilles, bürokratisches Auslöschen. Verordnungen ersetzen Verbote. Register ersetzen Zensur. Und das Formular B-14a ist mächtiger als jede Polizeistreife. Die Eröffnungsgeschichte "Der Antragsteller" gibt den Ton an: Ein Mann möchte ein Haus bauen – doch das Wort "Haus" ist seit heute Morgen sechs Uhr amtlich gestrichen. Was folgt, ist eine ebenso komische wie beklemmende Odyssee durch ein Wortregister, das täglich wächst und den Raum des Sagbaren Seite für Seite verkleinert. Callec schreibt mit trockenem Witz und präziser Beobachtungsgabe – die Lakonie seiner Prosa ist selbst eine politische Aussage. Der Band zeichnet sich durch seinen unverwechselbaren Ton aus: Die Absurdität ist nie laut, sondern leise und deshalb umso wirkungsvoller. Callec zeigt, wie Sprache nicht nur Kommunikation, sondern Würde und Identität bedeutet – und was geschieht, wenn beides schleichend entzogen wird. Für Leserinnen und Leser, die Kafka lieben, Orwell schätzen und Dürrenmatt vermissen, ist "Das letzte Wort" eine unverzichtbare Entdeckung.

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